Rum aus Melasse
Rum wird entweder aus den Grundstoffen: frischer Zuckerrohrsaft oder Melasse (einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung) gewonnen. Sein Aroma und Geschmack ist je nach Zusammensetzung der Maische, dem Verschneiden, dem Destillationsverfahren und von der Lagerung abhängig und kann sehr unterschiedlich sein. Der Begriff Melasse kommt aus dem Französisch-Spanischen und wird von "Mel für Honig" abgeleitet. Als Melasse wird der honigartige dunkelbraune Zuckersirup bezeichnet, der als Nebenprodukt bei der Zuckerproduktion entsteht.
Von der Zuckerpflanze, die etwa 4 m hoch werden kann und im unteren Teil des Halmes die höchste Zuckerkonzentration enthält, wird nur das untere Zweidrittel zur Zuckerproduktion verwendet. Bei der Produktion wird das Zuckerrohr gehäckselt und zu einer homogenen Masse in einer Mühle gepresst - daraus entsteht die cremige dunkle Melasse.
Bei industriell hergestelltem Rum wird eine Mischung aus Melasse, Zuckerrorsaft und Wasser verwendet. Diese sogenannte Maische wird durch Fermentation zur Gärung gebracht, sodass ein Alkoholgehalt zwischen 4 bis 5 % entsteht, danach wird die Flüssigkeit destilliert. Der Alkoholgehalt des Destillats liegt dann zwischen 65 und 75 %, weißer Rum wird danach noch mit destilliertem wasser verdünnt.
Sie enthält noch 50% Zuckeranteil, der nicht kristallisiert werden kann und daneben Vitamine und Mineralstoffe und verschiedene Stoffe, die für den Gärungsprozess und späteren Geschmack wichtig sind. Die Melasse wird in Tanks zu den Zuckerfabriken gebracht und dort gereinigt, mit Wasser verdünnt und mit Hefepilzen versetzt, um die Gärung einzuleiten. Nach der Gärung der Melasse wird durch einen Destillationsprozess der Rum gewonnen und mit Wasser auf eine 40-50%ige Trinkstärke herabgesetzt. Danach wird der so gewonnene Rum in Eichenfässer zu Reifung gefüllt und bis zur dunklen Färbung und Geschmacksvollendung reifen gelassen. Vor Beginn der Reifung werden vom Kellermeister oft verschiedene Rumsorten untereinander gemischt um den typischen Geschmack des Herstellers zu bekommen.
Der Rum ist zu Beginn weiß. Je länger der Rum gelagert wird, desto dunkler ist seine Färbung. Die Reifedauer kann je nach Umwelt und Land unterschiedlich sein. Z.B. reift er in tropischen Klima 2-3 mal schneller als z.B. in Frankreich oder Schottland. Je nach Länge der Reifezeit wird der Rum dunkler, aromatischer und weicher. Rum aus Melasse, der jahrelang reift, wird als "Anejo" bezeichnet. Er hat eine tiefdunkle Färbung und findet bei Zimmertemperatur eine optimale Aromenentfaltung. Rum aus Melasse ist runder und gefälliger als Rum aus frischem Zuckerrohr. Er hat teilweise ein intensives Vanille-Aroma.