Die Geschichte des Rum's

Die Geschichte des Rum's ist eng verbunden mit der Geschichte der Seefahrt und der Sklaverei. Zunächst einmal musste die Hauptzutat für Rum, das Zuckerrohr, das ursprünglich aus Ostasien stammt, an den Geburtsort des Rums, nämlich die Karibik gelangen. Christoph Kolumbus persönlich brachte im Auftrag des spanischen Königshauses das Zuckerrohr auf seiner zweiten Reise in die Karibik. Dort wurde es mit großem Erfolg angebaut, denn die klimatischen und geologischen Bedingungen sind bestens für die Kultivierung dieser Pflanze geeignet.

Aus den Abfällen der Zuckerherstellung entstand dann im 17. Jahrhundert unter Zuhilfenahme der gerade entdeckten Brenntechnologie "Taifa", so etwas wie der Ur-Rum, der zur vermeintlichen Stärkung und Motivation der Sklaven bereitet wurde und aus dem sich dann langsam der Rum entwickelte. Das ursprünglich sehr raue und scharfe Getränk mit dem hohen Alkoholgehalt wurde schnell von den Seeleuten entdeckt, die monatelang zwischen den Kolonien und Europa unterwegs waren. Sie nahmen den günstigen Zuckerrohrschnaps mit nach Europa, auf der Überfahrt machte er das brackige Trinkwasser genießbar, diente zur Konservierung von tropischen Früchten und da er mit Limettensaft getrunken wurde, nahm mit dem Rumgenuss die Anfälligkeit für Skorbut ab. Fast bis in die Gegenwart blieb Rum traditionell Bestandteil der Bezahlung von Seeleuten. Durch die lange Lagerung in Fässern während der Reisen veränderte sich auch der Geschmack zum Positiven, er wurde weicher und aromatischer. So trat der Rum seinen Siegeszug in den Handelsstädten der alten Welt an. Spätestens mit der amerikanischen Prohibition während der Kuba ein beliebtes Reiseziel war, entwickelte Rum sich zu einer Spirituose für Kenner und Liebhaber.